Ulcinj – beliebtes Seebad in Montenegro

January 10, 2010   | Turizmi / Turizam

Ulcinj – beliebtes Seebad in MontenegroAn der Grenze zu Albanien gibt es an der Adria herrliche Sandstrände
24.12.2009 Harald Rossa

Ulcinj liegt ganz im Süden Montenegros an der albanischen Grenze und der Adria. Viele Kulturen haben ihre Spuren hier hinterlassen. Und auch heute leben hier Menschen vieler Völker des Balkans miteinander. Diese Vielfalt macht den besonderen Reiz der Stadt aus.

Tourismus

Der Tourismus ist die Haupterwerbsquelle in Ulcinj. Eine Vielzahl von Hotels und Pensionen gibt es hier. Das Angebot der Gastronomie ist ausgesprochen vielfältig. Wohl alle Küchen rund um das Mittelmeer sind hier vertreten. Und die Geschäftswelt in der Stadt lässt kaum einen Wunsch offen.

Vor dem Jugoslawienkrieg war Ulcinj ein beliebtes Reiseziel für Gäste aus Westeuropa. An diese Zeiten konnte bis heute nicht wieder angeknüpft werden. Derzeit sind Albaner aus dem Kosovo und aus aller Welt die größte Besuchergruppe in Ulcinj.

Die Natur in und um Ulcinj

Ulcinj wurde von der Natur verwöhnt. Vor allem die Sandstrände am sauberen und dunkelblauen Meer sind es, die Besucher von nah und fern anziehen. Rund 16 km lang sind die Sandstrände im Bereich der Stadt.

Zu den Naturschätzen gehört der Fluss Bojana, der die Grenze zu Albanien markiert, mit der Insel Ada bei seiner Mündung, der Sasko See und die Bucht Valdanos. Dann gibt es hier noch Heilquellen und rauschende Kiefernwälder in der Umgebung.

Die Strände von Ulcinj

Außerhalb der Stadt ist der „Große Strand”, albanisch Plazhi i madh und serbisch Velika Plaža genannt, für die Badegäste erschlossen. Der erstreckt sich über 13 Kilometer bis zur albanischen Grenze. Hier gibt es Imbisse, Wasserrutsche und Tretboote zu Ausleihe. Und hier bläst meist ein frischer Wind. Der zieht die Surfer magisch an.

Im Süden des Großen Strandes fährt eine Fähre zu der Insel Ada in der Mündung des Flusses Bojana. Auf ihr finden die Anhänger der Freikörperkultur ihr Paradies.

Ausgesprochen begehrt sind die Plätze am Kleinen Strand Mala Plaza mit seinem schwarzen Sand. Wer es einsamer liebt, der nutzt den etwa 4 Kilometer von Ulcinj entfernten Kiesstrand Valdanos. Hier sind auch sportlich aktive am richtigen Ort. Es gibt Tennisplätze, Basketball- und Volleyballfelder und Anlagen für Boccia und Minigolf. Auch Tretboote werden zur Ausleihe angeboten. Für Frauen ist der Frauenstrand Zenska Plaza bei den Hotels Albatros und Jadran reserviert. Seinem an Schwefel, Radium und Meeressalzen reichen Sand wird eine heilende Wirkung nachgesagt.

Sehenswertes in Ulcinj

1979 hat ein Erdbeben die Stadt Ulcinj erschüttert. Vor allem in der Altstadt gab es erhebliche Schäden. Aber die weitgehend originalgetreu wieder aufgebaute Altstadt thront weiter über der Neustadt. Byzantiner, Osmanen und Venezianer eroberten und veränderten die Stadt ständig.

Viele Gassen führen zum unteren Festungsplateau. Vor dem südlichen Stadttor stehen die Grundmauern der orthodoxen Kirche der Mutter Gottes aus dem 7. Jahrhundert, die in die katholische Markus Kirche umgewandelt wurde. In der Nähe dieser Kirche befindet sich eine große Zisterne aus venezianischer Zeit. Ein paar Schritte weiter ist die türkische Pulverkammer aus dem 18 Jahrhundert zu finden.

Als Regierungsgebäude wurde der interessante Veneciapalast lange genutzt. In seiner Nachbarschaft steht das Schloss Balsica.

Während der türkischen Herrschaft ab 1571 entstanden mehrere Moscheen in Ulcinj. Paschas Moschee mitsamt einem Hammam wurde 1719 nach Plänen von Klic Alija aus Istambul erbaut. Der Hammam ist einmalig in Montenegro. Die Hauptmoschee Namazdjah wurde 1828 von Sulejman Mujali im Stadtzentrum erbaut. Die Moschee Bregut im Stadtzentrum vor dem neuen Markt stiftete der Kapitän Ahmet Djuli.

Die Kirchen hatten in der osmanischen Zeit einige Beschränkungen zu beachten. So durften Bauten niemals die Höhe der Minarette überragen. So wurde, um dem Turm eine angemessene Höhe zu geben, die Nikolaus-Kirche von 1869 auf den Ruinen einer alten Kirche etwas im Erdboden versenkt.

Die Episkopalkirche entstand 1890. Sie wurde zu Ehren der gefallenen Montenegriner in Schlachten 1878 errichtet. Ihr Glockenturm entstand erst 1933. Hier stand im 15. Jahrhundert ein Kloster. Das wurde unter osmanischer Herrschaft zu einer Mosche umgebaut. Diese wurden dann 1890 wieder zu einer Kirche. Besonders wertvoll ist das Altarbild dieser orthodoxen Kirche.

Die Katholische Kirche des Hl. Josef befindet sich in der unmittelbaren Nähe der Nikolaus-Kirche. Sie wurde 1875 geweiht.

Am Ufer des Flusses Bojana stand das Benediktinerkloster aus dem 13. Jahrhundert. Es wurde nach dem Einzug der Osmanen 1571 aufgegeben. Die Klosterkirche wurde 1841 bei einem Hochwasser überflutet. Danach wurde die Kirche abgetragen und an einem höher gelegenen Ort wieder aufgebaut. Alljährlich am 9. Mai führt eine Prozession um diese Kirche. Katholiken, Moslems und Orthodoxe beteiligen sich an dieser Prozession um die geschützten Bauten.

Das Stadtmuseum

Im ehemaligen türkischen Gefängnis neben dem Nordtor in der Altstadt befindet sich das Stadtmuseum von Ulcinj. Die vielfältige Geschichte der Stadt wird hier mit Objekten wie alten muslimischen Grabmalen und türkischen Kanonenkugeln deutlich gemacht. Das in der Nähe zu findende Ethnologische Museum verfügt über viele Exponate aus dem Leben der Völker in und um Ulcinj.

Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich in kurzer Form mit der Geschichte der Stadt Ulcinj.

Lage und Anreise

Ulcinj ist die südlichste Stadt der Adriaküste von Montenegro und der letzte Ort an der Adria-Magistrale entlang der kroatischen und montenegrinischen Küste. Diese schöne Straße ist schon eine Reise wert, aber ab Rijeka sind es rund 900 kurvenreiche Kilometer bis Ulcinj.

Die nächsten Flughäfen sind: Tivat (85 km), Podgorica (95 km) und Dubrovnik (150 km)

Der nächste Bahnhof ist in der knapp 30 Kilometer entfernten Hafenstadt Bar. Eine Eisenbahnlinie führt von Bar nach Belgrad in Serbien. Fähren verbinden Bar mit dem italienischen Bari.

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